Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image

Brandora to B | 20. Juni 2019

Nach oben scrollen

Oben

Aufschrei gegen Mobbing

Mobbing ist ein großes Thema unter Kindern und Jugendlichen. Mit „exclamo“ wird Opfern bald ein gutes Werkzeug an die Hand gegeben.

Doch auch kleine Kinder können Opfer von Mobbing sein – eine Horrorvorstellung, auch für viele Eltern.

Laut PISA-Studie ist jeder sechste Fünfzehnjährige bereits mindestens einmal Opfer von Mobbing geworden.

Doch nur ein Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen trauen sich, mit ihrem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen oder sich jemandem anzuvertrauen. Zu groß ist Scham und Angst vor „Rache“ der Mobber.

„Früher gab es auch mal Stress auf dem Schulhof oder eine Keilerei“, ist ein gängiger Einwand. Oft gehen die Angriffe aber weit über Hänseleien hinaus und werden nicht nur von Angesicht zu Angesicht verübt, sondern werden in Form von Smartphones mit nach Hause getragen und multipliziert.

„Der Täter“, so exclamo – Mitgründer Julius de Gruyter in einem n-tv – Interview, „sitzt quasi in unserer Tasche. Es ist ganz eindeutig so, dass der permanente Gebrauch von Handys, die stetige Verfügbarkeit der sozialen Medien, einen ganz großen Anteil am Cybermobbing hat. Dadurch ist eine weitere, neue Dimension dazu gekommen. Man kann nicht nur auf dem Schulhof gemobbt werden, sondern auch danach. Ich denke, man kann heute schlechter flüchten, denn das Handy ist die ganze Zeit an.“

Das exclamo – Team Julius de Gruyter, Kai Lanz und Jan Wilhelm

De Gruyter ist einer von drei Schülern aus Berlin, die dieses Problem erkannt haben, und mit der App „exclamo“ ein Instrument zur Hilfe entwickeln.Im Rahmen des Projektes „Business at School“, einer Initiative der Boston Consulting Group, entstand vor einem Jahr die Idee zum mobilen Hilfsmittel.  Anonym können über die App Nachrichten an Lehrer gesendet werden, und so die Hemmschwelle überwunden werden. Auch anderweitige Hilfsangebote stellt die App zur Verfügung. So kann zum Beispiel auch auf schnellem Wege das Beraterteam der Nummer gegen Kummer kontaktiert werden.

Eine weitere Funktion wird ein Mobbing-Tagebuch sein. Darin können Notizen hinterlegt werden, um das Hergehen zu dokumentieren. Das dient zum Einen dem eigenen Reflektieren, aber auch der Dokumentation, falls sich das Opfer des Mobbing dazu entschließt, sich polizeiliche oder anderweitige Hilfe zu holen.

Ein Selbsttest in der App gibt dem User Sicherheit über die Relevanz des eigenen Erlebens.

Derzeit läuft ein Crowdfunding über Gofundme, mit dem die Anschubfinanzierung gedeckt werden soll. Später sollen teilnehmende Schulen Teile der Finanzierung mit übernehmen.

Den aktuellen Stand des Projektes kann man hier nachlesen.

 

Doch auch schon jüngere Kinder können Mobbing als großes Problem erleben.

Als Elternteil ist es eine absolute Horrorvorstellung, dass das eigene Kind im Kindergarten gemobbt wird. Schlimmer noch, wenn sich herausstellt, dass sich das Kind dann einem nicht anvertraut und heimlich leidet. So auch Tommi in dem Bilderbuch „Du gehörst nicht dazu!“ von Antje Szillat und Marion Goedelt.

Tommi wird im Kindergarten von Johannes geärgert. Der nennt ihn „Blödian“ oder „Angsthase“ und neulich hat er sogar sein Pausenbrot in den Müll geworfen, worüber die anderen Kinder gelacht haben. Tommi mag morgens gar nicht mehr aus dem Bett und bekommt Bauchweh, wenn er in den Kindergarten muss. Nachdem sich die Sache zuspitzt, kann er die Tränen nicht mehr zurückhalten und wohl oder übel, muss er sich schließlich der Erzieherin anvertrauen.

Neben dem Thema Mobbing im Kindergarten sind noch weitere Bilderbücher mit außergewöhnlichen Themen im Coppenrath Verlag erschienen. In „Ein Himmel für Oma“ wird der Tod behandelt, in „Wir sind immer für dich da“ geht es um Scheidung bei den Eltern und in „Als Mama nur noch Traurig war“ um Depressionen. Diese Bücher sollen den Kindern schwierige Themen auf behutsame Art und Weise vermitteln und das Gefühl geben, mit ihren Problemen nicht alleine zu sein. In jedem dieser Geschichten gibt es am Ende ein Nachwort von echten Pädagogen, die sich noch einmal zu dem jeweiligen Problem äußern und wertvolle Tipps geben.