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Brandora to B | 19. Juli 2019

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Förderin des Buches – Kirsten Boie geehrt

Förderin des Buches – Kirsten Boie geehrt

Auf der 195. Hauptversammlung hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels heute in Anerkennung ihres außergewöhnlichen Engagements für die Leseförderung der Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Kirsten Boie die Plakette „Der Förderin des Buches“ verliehen.

Ende 2017 attestierte die IGLU-Studie fast einem Fünftel der zehnjährigen Kinder in Deutschland, dass sie Texte nicht so lesen können, dass sie den Inhalt auch verstehen. Im internationalen Vergleich stellte sich die Lage noch dramatischer dar: Seit 2001 fiel Deutschland vom fünften auf den 21. Platz zurück. Die Kinderbuchautorin und ehemalige Lehrerin Boie initiierte daraufhin 2018 die Hamburger Erklärung, der sich der Börsenverein gleich zu Beginn anschloss. Gemeinsam forderten sie von der Bildungspolitik in Bund und Ländern eine Leseförderungsoffensive: Um die Lesefähigkeit bei Kindern auszubauen, brauche es umfassende Investitionen in den Bildungshaushalt. Vor allem aber müsse das Thema Lesenlernen in den Fokus der Bildungspolitik rücken. Bis heute haben mehr als 118.000 Menschen die Erklärung unter dem Titel „Jedes Kind muss lesen lernen!“ unterzeichnet. Im Dezember 2018 übergab Kirsten Boie die Erklärung gemeinsam mit dem Börsenverein und dem PEN-Zentrum Deutschland an die Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und den damaligen Präsidenten der Kultusministerkonferenz Helmut Holter. 

„Wir danken Kirsten Boie dafür, dass sie das Thema Leseförderung mit großer Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen so prominent in die Öffentlichkeit und die Politik getragen hat. Wir werden weiter gemeinsam auf der Hamburger Erklärung aufbauen und nicht nachlassen, bis sich in den Lehrplänen wirklich etwas getan hat, damit wirklich jedes Kind lesen lernt“,

sagte der Vorsteher des Börsenvereins, Heinrich Riethmüller.

„Lesen ist nach wie vor das Nadelöhr in die Gesellschaft und die Grundlage für alles Weitere. Wenn ein Fünftel unserer Kinder nicht mehr lesen kann, ist die gesamte Gesellschaft betroffen. Lesen ist kein Nischenthema für Schöngeister. Wir brauchen daher die Unterstützung der Wirtschaftsverbände, der Gewerkschaften, der Kirchen. Wir brauchen endlich ein breites Bündnis für das Lesen“,

sagte Kirsten Boie in ihrer Dankesrede.

Mit der Plakette „Dem Förderer des Buches“ bzw. „Der Förderin des Buches“ zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die mit der Welt des Buches in besonderer Weise verbunden sind. In den letzten fünf Jahren wurden Richard von Weizsäcker, Bernd Neumann, Rachel Salamander, Roland Reuß und Volker Kauder mit dem Preis ausgezeichnet.

Über Kirsten Boie

Kirsten Boie wurde 1950 in Hamburg geboren.
Nach der Adoption des ersten Kindes musste sie auf Verlangen des vermittelnden Jugendamtes die Lehrerinnentätigkeit aufgeben und schrieb daraufhin ihr erstes Kinderbuch.

Bereits ihr erstes Buch, 1985 unter dem Titel PAULE IST EIN GLÜCKSGRIFF erschienen, wurde ein beispielloser Erfolg (Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach; Ehrenliste des Österreichischen Staatspreises für Kinder- und Jugendliteratur).

Inzwischen sind von Kirsten Boie rund 100 Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.

Neben Kinder- und Jugendbüchern schreibt Kirsten Boie auch Vorträge und Aufsätze zu verschiedenen Aspekten der Kinder- und Jugendliteratur und der Leseförderung. In den letzten Jahren unternimmt Sie zunehmend Reisen ins europäische und nichteuropäische Ausland im Auftrag des Goethe-Institutes. 2007 wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jungendliteraturpreises, 2008 mit dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. 2011 erhielt sie für ihren Roman „Ringel, Rangel, Rosen“ den Gustav-Heinemann-Friedenspreis. Im Oktober 2011 wurde sie vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Zwei Dinge sind Kirsten Boie beim Schreiben besonders wichtig: Zum einen, dass Literatur für Kinder immer auch Literatur sein sollte; zum anderen, dass darüber nicht vergessen wird, an wen sie sich richtet, dass sie also Literatur für Kinder ist: „Bei dem Spagat zwischen beiden Anforderungen rutsche ich sicherlich einmal mehr zur einen, einmal zur anderen Seite hin aus. Aber hier die richtige Balance zu suchen, ist es gerade, was das Schreiben für Kinder für mich so aufregend macht.“