Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image

Brandora to B | 8. Dezember 2019

Nach oben scrollen

Oben

Keine Kommentare

Lizenz-Interview – Teil 1: wie wichtig sind Lizenzprodukte?

Lizenz-Interview – Teil 1: wie wichtig sind Lizenzprodukte?

Sechs Fragen an sechs Brancheninsider! Hasbro, HEAD, Universal, WDRmg, Heunec und Kaufmann Neuheiten geben uns einen Einblick in ihre persönliche Lizenz-Erfahrungen. Das Ergebnis ist relativ einstimmig: Lizenzprodukte sind wichtig, der Deutsche als Konsument etwas konservativ und eine enge Partnerschaft zwischen Rechtsgeber und Lizenznehmer ist von allen Seiten gewünscht.

Mit BRANDORA TO B im Gespräch:

Frage 1: Wie kamen Sie zum Lizenzbusiness? Was waren die ersten prägenden Begegnungen mit Lizenzthemen für Sie?

Stefanie Roth, Sr. Manager Hasbro Consumer Products: 

Durch meinen Background in der Textilbranche hatte sich für mich die Chance ergeben, in das Lizenzgeschäft einzusteigen und den Softlinesbereich für mehrere Marken aufzubauen. Diese Chance habe ich genutzt und bin bis heute fasziniert von dem sich stetig wandelnde Lizenzgeschäft und den unzähligen Möglichkeiten die es bietet.  Ich erinnere mich noch gut, dass ich damals sehr überrascht war wie viele Produkte über Lizenznehmer produziert werden. Noch heute begeistert mich die grenzenlose Produkt- und Kategorievielfalt, die Schnelligkeit und die unglaubliche Dynamik, die Lizenzen und das Lizenzgeschäft so spannend machen.

 

Giuseppe Faranna, Vice President, Division Magager Licensing, HEAD Sport GmbH:

Ich bin zum Lizenzbusiness während meines ersten Jobs bei der Mercedes-Benz Accessories GmbH gekommen – damals als „Pilot“ im Rahmen des Maybach Launches.

Die Idee war mit den Top Playern im Bereich Luxus und Manufaktur für limitierte Collections zu kooperieren. Das Resultat war die „Dunhill Motorities for Maybach“ Collection. Wir brachten zwei Luxussegmente – Automobil und Mode bzw. Accessories – zusammen. Im weiteren Verlauf war ich für die ersten Partner der Marke Mercedes verantwortlich. Im Endeffekt sind aber schon damals dieselben Themen essentiell gewesen die auch heute noch für den Erfolg ausschlaggebend sind.

 

Josephine Dransfeld, Prokuristin, Heunec Plüschspielwarenfabrik GmbH & Co. KG: 

Wenn ich mich recht entsinne kam die Firma Heunec durch die legendären Ottifanten von Otto Walkes erstmals mit Lizenzen in Berührung.

 

Julia Wurzer, Teamleitung Marken, WDR mediagroup GmbH:

Ich kam vor 20 Jahren über das Produkt-Design, das ich damals bei der WDR mediagroup verantwortete, in das Lizenz-Business. Da gestalterische Entscheidungen immer auch mit strategischen Entscheidungen einher gehen, war ich von Anfang meiner Tätigkeit an in alle strategischen Entscheidungen eingebunden. Im Laufe der Jahre übernahm ich immer mehr Verantwortung und bin jetzt als Teamleitung für unsere Marken verantwortlich.

Oliver Kaufmann, CEO, Kaufmann Neuheiten GmbH:

Es war vor langer Zeit ein Kundenwunsch von Toys’R’us. Herr Uwe Böske, der damalige Einkäufer, wollte gerne Artikel mit Winnie the Pooh Design im Sortiment haben.

Also rief ich 1998 bei The Walt Disney Company an und vereinbarte einen Termin. Schon bald wurden wir Lizenznehmer von The Walt Disney Company. Damals wurden die Entwürfe noch von Hand gezeichnet und persönlich von den Disney Mitarbeitern approved.

Kathrin Brandhorst, Country Director – Germany, Switzerland & Austria, Universal Consumer Products:

Mein Eintritt in die Welt der Lizenzen erfolgte durch meine Tätigkeit bei der The Walt Disney Company Germany vor über 20 Jahren. Damals war ich als Marketing Assistant tätig und wurde von der Faszination die von Entertainmentmarken und der großen Industrie, die damit verbunden ist, gepackt. Eine Faszination, die ich mir bis heute bewahren konnte, so dass ich auch heute noch mit großer Leidenschaft Entertainment-Brands vermarkte.

Frage 2: Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach Lizenzprodukte im Handelssortiment?

S. Roth, Hasbro: Eine große Rolle! Lizenzen treiben Frequenz, bieten für den Handel hohe Margen und erhöhen die Attraktivität des Markenauftritts. Lizenzprodukte emotionalisieren Brands am POS. Mit einem individualisierten Angebot, kann sich der Handel vom Wettbewerb differenzieren und als Spezialist positionieren.

G. Faranna, HEAD: Ich glaube das heute Lizenzprodukte im Handel nicht mehr wegzudenken sind. Der Erfolg, speziell von Character/Entertainment–Brands, spiegelt das ja wieder. Darüber hinaus braucht der Handel Impulse, insbesondere im Retailbereich die durch einen geeigneten Mix von Eigenmarken und. Lizenzmarken gegeben werden kann. Ich sehe das mittlerweile als Symbiose.

J. Dransfeld, Heunec: Mittlerweile eine sehr große. Lizenzprodukte geben uns als Hersteller Sicherheit und ermöglichen eine Abgrenzung zu Mitbewerbern aber auch gewöhnlicher Importware.

J. Wurzer, WDRmg: Lizenzprodukte sind nach wie vor ein wichtiger Teil des Handelssortiments, da Lizenzprodukte den Konsumenten die Möglichkeit bieten, sich ihre Lieblingsmarken als Produkt nach Hause zu holen. Des Weiteren ermöglichen Lizenzprodukte dem Händler ein abwechslungsreiches Sortiment mit immer wieder neuen Impulsen für ihre Käuferschaft.

O. Kaufmann, Kaufmann Neuheiten: Ich denke die Konsumenten mögen gerne Stars, Vorbilder und Helden, wie man es auch aus der Comicbranche kennt. Deshalb werden Lizenz- und Markenprodukte immer wichtiger.

K. Brandhorst, Universal Consumer Products: Das Handelssortiment wäre ohne Lizenzprodukte wesentlich weniger bunt und vielfältig. Egal ob im LEH, im stationären Fachhandel, in Modeboutiquen oder bei großen Onlinern – Konsumenten möchten gerne in diversen Bereichen ihres Lebens auf ihre Lieblingsmarken und Character zurück greifen können. Es ist unsere Aufgabe, den Fans durch ansprechende Lizenzprodukte die Möglichkeit zu bieten, deren Helden mit nach Hause nehmen zu können. Was gibt es schöneres, als sein Frühstück in der Minions-Müslischüssel einzunehmen, sich in einem Zurück in die Zukunft T-Shirt wohl zu fühlen und seinem Nachwuchs einen Dinosaurier von Jurassic World zum Geburtstag zu schenken…

Lesen Sie weiter im zweiten Teil des Interviews.

Kommentar schreiben