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Brandora to B | 9. Dezember 2019

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Lizenz-Interview – Teil 3: die optimale Zusammenarbeit

Lizenz-Interview – Teil 3: die optimale Zusammenarbeit

Sechs Fragen an sechs Brancheninsider! Hasbro, HEAD, Universal, WDRmg, Heunec und Kaufmann Neuheiten berichten, wie relevant Lizenzen für das Unternehmen sind und wie eine optimale Zusammenarbeit aussieht.

Mit BRANDORA TO B im Gespräch:

Frage 5: Wie viele (anteilig) und welche Lizenzen sind in Ihrem Sortiment – und weshalb?

S. Roth, Hasbro: Wir konzentrieren uns auf unsere größten Franchisemarken und platzieren diese in den unterschiedlichsten Kategorien mit unseren Partner. Viele unserer Marken sind Klassiker und liefern aufgrund dessen stabile Lizenzumsätze, hierzu gehören vor allem My Little Pony, Transformers, Monopoly, Nerf, Play Doh & Hasbro Gaming. Power Rangers ist der Neuzugang in unserem Lizenzportfolio und wird ein neues interessantes Thema für unsere Lizenz- und Handelspartner.

G. Faranna, HEAD: Bei HEAD ist das Lizenzthema in einer Division gebündelt, insgesamt gibt es 5 Divisions und eine davon ist Licensing. D.h. wir sind ein integraler Bestandteil der Company.

Vor ungefähr 22 Jahren wurde die Division gegründet, da man sich unbedingt auf die Core-Kompetenzen konzentrieren wollte. Produkte, von denen man nicht überzeugt war, sie auf dem anspruchsvollen HEAD-Niveau selbst umzusetzen, wurden entweder weggelassen oder eben lizenziert. 

Ein Beispiel dazu: Wir produzieren und vermarkten Tennis-Poloshirts, Tennis-Shorts, Tennis Schläger, Tennis Schuhe und Tennis Taschen selbst. Für Unterwäsche und Socken, obwohl das ebenfalls textile Produkte vergaben wir eine Lizenz. Damit können wir den Endkonsumenten ein „Head-to-toe“ Angebot machen und das zu einem gleichbleibenden Qualitätsversprechen. Mittlerweile haben wir auch Lizenzen im Sortiment, die unser eigenes Angebot nicht nur komplementieren sondern sinnvoll erweitern. Wir achten darauf, dass für unsere Fans und Liebhaber unserer Marke stetig innovative Produkte erhältlich sind. 

J. Dransfeld, Heunec: We love to license! Der Anteil an Lizenzen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegt derzeit bei circa 50 % – Tendenz steigend. Lizenzen bringen (sofern man auf das richtige Pferd setzt) über lange Zeit sicheren und äußerst soliden Umsatz.

J. Wurzer, WDRmg: Wir vermarkten derzeit ausschließlich Character- bzw. Entertainment Brands. Das hat sich durch unsere unmittelbare Nähe zum WDR so ergeben. Nichtsdestotrotz sind für offen für eine Portfolioerweiterung und werden in Zukunft auch Marken, die nicht dem Character- und Entertainmentbereich zuzuordnen sind, in unser Portfolio aufnehmen, sofern Marke unsere Ansprüche erfüllt und das Potential für eine Lizenzierung hat.

O. Kaufmann, Kaufmann Neuheiten:  Aktuell befinden sich 20 Lizenzthemen in unserem Sortiment.

K. Brandhorst, Universal Consumer Products: Als Lizenzgeber der Franchise-Themen von Universal Pictures, Illumination Entertainment und DreamWorks besteht unser Business zu 100 % aus Lizenzen und deren Vermarktung. 

 

Frage 6: Wie sollte in Ihren Augen eine optimale Zusammenarbeit zwischen Lizenzgeber und Lizenznehmer aussehen?

S. Roth, Hasbro: Absolut partnerschaftlich, fair und loyal. Unser Ziel ist es langfristige, strategische Partnerschaften mit unseren Lizenznehmern aufzubauen, um gemeinsam erfolgreich am Markt zu agieren.

G. Faranna, HEAD: Grundsätzlich muss die Chemie stimmen und ein partnerschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis vorliegen. Das ist essentiell. Darüber hinaus müssen die „Hygiene“ Faktoren stimmen. Produktkenntnisse, Vermarktung, Distribution, Service sowie Qualitätssicherung muss in etwa dem entsprechen wie wir es mit unseren Core-Produkten vorleben.

Darüber hinaus ist es auch wünschenswert, wenn beide Partner die gleiche Passion & Leidenschaft zu unserem Sport und unseren Sportlern mitbringen.Das erleichtert einiges. Wenn das alles gegeben ist, dann braucht man nur noch das sogenannte „Quentchen Glück“ und/oder einen langen Atem bis sich der Erfolg einstellt.

J. Dransfeld, Heunec: Am allerwichtigsten ist eine zügige und gute Rückkopplung zwischen Lizenzgeber und Lizenznehmer was den Freigabe-Prozess angeht. Gerade bei Plüsch sitzt der erste Entwurf meistens nicht sofort, deshalb ist hier der Austausch ganz besonders wichtig. 

J. Wurzer, WDRmg: Im Idealfall haben sich Lizenzgeber und Lizenznehmer im Vorfeld der Kooperation über die Kernkompetenzen einer Marke, die Ziele der Kooperation und die Erwartungen an das Ergebnis ausgetauscht – mal steht in einer Kooperation die Generierung der Umsatzerlöse im Vordergrund, mal ist die Erschließung neuer Zielgruppen das primäre Ziel. Wenn diese Punkte geklärt sind, ist die Produktentwicklung in der Regel sehr unkompliziert. Im weiteren Verlauf der Zusammenarbeit ist ein ständiger Kontakt und Austausch wichtig, damit auch bei der Vermarktung und Werbeunterstützung der Lizenzprodukte Synergien genutzt werden können.

O. Kaufmann, Kaufmann Neuheiten: Die offene Kommunikation mit den Rechtegebern und Handelspartnern wird immer wichtiger. Hand in Hand müssen gemeinsam Konzepte für die Verbraucher entwickelt werden. Unsere Aufgabe ist es, die Handelpartner rechtzeitig über neue Themen und Trends zu informieren. Es wird sicherlich nicht einfacher, in unserer sich immer schneller verändernden Welt in Verbindung mit TV, neuen Medien und Internet die richtigen Konzepte für das veränderte Konsumentenverhalten zu entwickeln. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an und stehen deshalb jeden Tag auf, um unseren Kunden den größtmöglichen Nutzen zu ermöglichen.

K. Brandhorst, Universal Consumer Products: Uns ist eine enge und persönliche Zusammenarbeit zwischen uns als Rechtegeber und unseren Partnern als Lizenznehmer wichtig. Genau aus diesem Grund wurde im Oktober 2017 ein Büro in München eröffnet, damit wir mit unseren Partnern unmittelbarer, also sozusagen unkompliziert auf kurzem Dienstweg, zusammenarbeiten können. Wir möchten die Bedürfnisse unserer Partner verstehen und sie dementsprechend unterstützen. Wir besuchen unsere Lizenznehmer, nehmen deren Belange ernst und geben unser Bestes, um alle Anforderungen und Herausforderungen gemeinsam zu lösen.

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