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Brandora to B | 20. Juni 2019

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Trüberbrook ist Bestes Spiel

Trüberbrook ist Bestes Spiel

Zum 11. Mal wurde der Deutsche Computerspielpreis verliehen. Verliehen wird er vom Verband der Computerspielebranche sowie dem Bundesministerium für Digitalisierung.

Insgesamt 590.000 € an Preisgeldern verliehen

Die Gaming – Branche hat sich in rasanter Geschwindigkeit zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor gemausert. Im Rahmen der Preisverleihung zum Deutschen Computerspielpreis konstatierte Bundesministerin Dorothea Bär: „Fiskalisch betrachtet ist die Branche wichtiger als die Musik- und Filmindustrie.“

Tatsächlich entfallen jedoch auf 100€ Branchenumsatz lediglich ca. 5€ für deutsche Entwicklungen.

Um dieses Verhältnis und Reputation sowie Stellung der Branche zu verbessern, werden laut Bundesminister für digitale Infrastruktur Andreas Scheuer 50 Mio. EUR Fördergelder aufgelegt, worauf sich Entwickler und andere Branchenteilnehmer freuen können.

Zu den Preisgeldern in Gesamthöhe von 590.000€ dürfen sich die ausgezeichneten Entwicklerteams auch noch über Medialeistungen im Gesamtwert von 210.000€ freuen.

Ina Müller moderierte den Abend

Durch den Abend führte die Hamburger Entertainerin Ina Müller. Und so mutierte die festliche Veranstaltung streckenweise zur Fremdschäm-Nummer. Gleich nach der Begrüßung zum „Deutschen Computerpreis“ stellte Müller fest: “ Diesen Preis gibt es jetzt zum 11. Mal – da dachte man sich wohl, den kann selbst die Müller nicht kaputtmoderieren“. Dass sie sich dennoch redlich Mühe gab, und man sich streckenweise bei ihrem Late – Talk „Inas Nacht“ wähnte (dessen Erfolgsrezept Shantychor, Zoten und reichlich Alkohol sind) zeigten diverse Bemerkungen die nah am verbalen Tiefschlag waren. Da fragte sie, ob man serious games denn wohl nur nüchtern programmieren könne – oder sie stellte zwei Entwicklern, der Eine dunkelhäutig, der Andere hellhäutig, die Frage: „Und du sitzt draußen und programmierst, und du sitzt drinnen, würde ich mal sagen, wenn ich euch beide so anschaue?“

Der Programmierer Philipp Stollenmayer durfte sich mit Fäkalfragen („Programmierst Du Deine Spiele auch aufm Klo?“) herumschlagen – und auch Verkehrsminister Andreas Scheuer wurde nach seiner Handyaktivität auf der Toilette befragt.

Paroli konnte ihr aber der ebenfalls hanseatische Rüdiger Kruse, MdB, bieten – und so hatte er bei seiner Laudatio die Lacher auf seiner Seite, und konstatierte für die Branche:

„Kultur ist, wenn sich niemand mehr drüber aufregt und sich niemand dran stört. Solange sich jemand aufregt, ist es Kunst. Zwei Zeichen, dass Sie (die Spielebranche, Anm. d. Red.) nicht mehr Avant Garde sind:

1.) Vertreter der Bundesregierung sind im Haus und

2.) Auf Ihrer Einladung stand „Unm festliche Kleidung wird gebeten.“

Trüberbrook bestes deutsches Spiel

„Trüberbrook“ von der bildundtonfabrik gewann die Auszeichnung als „Bestes Deutsches Spiel“. Zusätzlich konnte sich der Titel noch eine zweite Trophäe in der Kategorie „Beste Inszenierung“ sichern. „Bestes Internationales Spiel“ wurde „God of War“ von Sony Interactive Entertainment. Den Publikumspreis konnte sich „Thronebreaker: The Witcher Tales“ von CD Project RED sichern, den Sonderpreis der Jury erhielt „A MAZE. International Games und Playful Media Festival“. Überreicht wurden die Auszeichnungen unter anderem von Digital-Staatministerin Dorothee Bär, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sowie der Sängerin Namika, Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes und Komikerin Enissa Amani. Moderiert wurde die Gala von Ina Müller. Der Deutsche Computerspielpreis wird von der Bundesregierung, vertreten durch die Staatsministerin für Digitalisierung und dem Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), gemeinsam mit dem game – Verband der deutschen Games-Branche vergeben.

„Wir gratulieren allen Gewinnern des Deutschen Computerspielpreises zu ihren herausragenden Leistungen und einzigartigen Spielen“, sagt game-Geschäftsführer Felix Falk. „Sowohl die Gewinner als auch die Nominierten des Deutschen Computerspielpreises 2019 zeigen eindrucksvoll, mit welcher Kreativität, Leidenschaft und mit welchem Können Games in Deutschland entwickelt werden. Das ist einerseits ein Grund zu großer Freude, andererseits wird deutlich, wie wichtig es ist, dass wir mit der Games-Förderung durch den Bund endlich als Entwicklerstandort für Spiele international wettbewerbsfähig werden. Dann können noch mehr Spiele-Entwicklungen auch aus Deutschland kommen.“

Brücke zwischen Digital und Analog – Beste Innovation

Bcon – The Gaming Wearable“ heisst der Gewinner der Kategorie „Beste Innovation“. Die Fuß- und Armbänder schliessen die Lücke zwischen analogem und digitalem Spiel und ziehen den Spieler mit Hilfe von Sensorik mitten ins Spielgeschehen.

Alle Gewinner des Deutschen Computerspielpreises 2019 im Überblick:

 

Bestes Deutsches Spiel (dotiert mit 110.000 Euro + 110.000 Euro Medialeistung, bereitgestellt von Computec Media): Trüberbrook (bildundtonfabrik, Berlin/Köln)

Bestes Kinderspiel (dotiert mit 75.000 Euro + 50.000 Euro Medialeistung, bereitgestellt von Webedia): Laika(Mad About Pandas, Berlin)

Bestes Jugendspiel (dotiert mit 75.000 Euro + 50.000 Euro Medialeistung, bereitgestellt von Webedia): Unforeseen Incidents (Backwoods Entertainment, Bochum/Application Systems, Heidelberg)

Nachwuchspreis – Konzept (dotiert mit 65.000 Euro: 1.Platz: 35.000 Euro, 2 x 2. Platz mit je 15.000 Euro):

  1. Platz: Elizabeth (Alexander Sartig, Jesco von Puttkamer, Jonathan Kees, Julian Wotjak, Julietta Hofmann, Tobias Hermann, HTW Berlin)
  2. Platz: AnotherWhere (Benjamin Feder, Dyako Mahmoudi, Laura Reinhardt, Morten Newe, HTW Berlin)
  3. Platz: Sonority (Madeline Reinaldo Mendoza, Willi Schorrig, Elisa Schorrig, HdM Stuttgart)

Nachwuchspreis – Prototyp (dotiert mit 65.000 Euro: 1.Platz: 35.000 Euro, 2 x 2. Platz mit je 15.000 Euro):

  1. Platz: A Juggler’s Tale (Steffen Oberle, Enzio Probst, Dominik Schön, Sven Bergmann und weitere, Filmakademie Baden-Württemberg)
  2. Platz: Meander Book (Marlene Käseberg, HTW Berlin)
  3. Platz: Orbital Bullet (Yves Masullo, Robin Mächtel, Corinna Benz, SRH Hochschule Heidelberg)

Bestes Serious Game (dotiert mit 40.000 Euro): State of Mind (Daedalic Entertainment, Hamburg)

Bestes Mobiles Spiel (dotiert mit 40.000 Euro): see/saw (kamibox, Riedstadt)

Bestes Gamedesign (dotiert mit 40.000 Euro): Tower Tag (VR-Nerds, Hamburg)

Beste Innovation (dotiert mit 40.000 Euro): Bcon – The Gaming Wearable (CapLab, Karlsruhe)

Beste Inszenierung (dotiert mit 40.000 Euro): Trüberbrook (bildundtonfabrik, Berlin/Köln)

Beste Internationale Spielewelt (undotiert): Red Dead Redemption 2 (Rockstar Games)

Bestes Internationales Multiplayer-Spiel (undotiert): Super Smash Bros. Ultimate (Nintendo of Europe)

Bestes Internationales Spiel (undotiert): God of War (Sony Interactive Entertainment)

Sonderpreis der Jury (undotiert): A MAZE. International Games and Playful Media Festival

Publikumspreis (undotiert): Thronebreaker: The Witcher Tales (CD Projekt Red)

 

Die ganze Preisverleihung ist nachzusehen bei Radio Fritz

Zum Verband der Deutschen Spieleindustrie game geht es hier.