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Brandora to B | 9. Dezember 2019

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Ende für ein Stück deutsches Kinder-Kulturgut: Kettler stellt Produktion ein

Ende für ein Stück deutsches Kinder-Kulturgut: Kettler stellt Produktion ein

Der Hersteller des berühmten Kettcars – und somit ein Stück deutsches Kinder-Kulturgut –  muss endgültig schließen und stellt die Produktion ein. Von den rund 550 Mitarbeitern verbleiben nur noch 144 Menschen, um die Produktion abzuwickeln. 

Erst im Juli 2019 meldete Kettler erneut nach 2018 und 2015 Insolvenz an. Nach der ersten Pleite 2015 wurde die Fahrradsparte abgespalten und von ZEG übernommen, das nach wie vor Kettler-Aluräder verkauft. Kettler selbst startete 2016 den Neuanfang, musste aber im Juli 2018 erneut Insolvenz anmelden. Durch den Einstieg des Investors Lafayette konnte ein Ende des Traditionsunternehmen verhindert werden. Kettler verkauft heute vor allem Fitnessgeräte und Gartenmöbel. 2020 soll eigentlich ein neues Kettcar-Modell kommen.

Für viele Deutsche über mehrere Generationen ist das Kettcar ein Stück ihrer Kindheitserinnerung. Nun kündigte der Hersteller Kettler jedoch an, die Fertigung einzustellen. Rechtsanwalt Martin Lambrecht sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass noch in dieser Woche etwa 400 der verbleibenden 550 Mitarbeiter freigestellt werden. „Mit 144 Mitarbeitern werden wir vorläufig noch weiterarbeiten, um die Produktion abzuwickeln“, erklärte Lambrecht, der die Kettler-Unternehmensführung im Insovelzverfahren berät.

Produktion ist nicht mehr profitabel

Auf der heutigen Betriebversammlung informierte die Geschäftsführung die Mitarbeiter über die Schließung des Familienunternehmens. Nach Angaben des Rechtsanwaltes trage der Gläubigerausschuss die Entscheidung mit. Der Betrieb könne nicht weitergeführt werden, da die Produktion in Deutschland in der heutigen Größe nicht mehr profitabel sei. Auch den Investoren gelang es nicht, das Unternehmen wieder auf einen gewinnbringenden Weg zu führen.

Managementfehler und mangelnder Unternehmergeist

Der Soester Anzeiger berichtet, dass die Lage von Kettler laut Berater des Unternehmens noch schlechter war, als gedacht. Die Tageszeitung spekuliert, dass Kettler schlicht nicht mehr wirtschaftlich arbeiten konnte, es an wirklichem Unternehmergeist gefehlt hat und es auch Managementfehler gab.  Hinzu kamen zuletzt Lieferengpässe, trotz der noch immer vorhandenen Strahlkraft der Marke Kettler.

Und jetzt – was passiert mit der Marke Kettler?

Die Tagesschau zitiert den Rechtsanwalt Martin Lambrecht: „Ein Kettler wie bisher wird es zukünftig nicht mehr geben. Der Markenname kann möglicherweise weiterexistieren, Produkte Made in Germany wird es aber nicht mehr geben“.