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Brandora to B | 24. April 2019

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Kettcars auf Schlingerkurs: Insolvenz abgewendet

Kettcars auf Schlingerkurs: Insolvenz abgewendet

Zwischenfinanzierung ist sichergestellt.

Noch diese Woche wird der Geschäftsbetrieb eingestellt, wenn es nicht gelingt, kurzfristig eine Zwischenfinanzierung sicherzustellen. Alle rund 750 Mitarbeiter würden in diesem Falle dann entlassen.

Am Montag wurde die Belegschaft über die Situation im Betrieb informiert, und den Mitarbeitern wurde freigestellt, ob sie noch zur Arbeit kommen wollen, da eine Entlohnung im Insolvenzfall nicht mehr als gesichert gilt.

Investor wirft das Handtuch

Mit Hilfe des Luxemburger Investors Altera Capital sollte nach einem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung im Juli das Unternehmen neu ausgerichtet werden. Die Verhandlungen zwischen Kettler Geschäftsführer Olaf Bierhoff und Altera Capital dauern bereits beinahe ein Jahr an. Nach Streitigkeiten mit der Heinz-Kettler-Stiftung und insbesondere dem Vorstand des Stiftungskuratoriums Manfred Sauer, die teils in Form ganzseitiger Zeitungsanzeigen öffentlich ausgetragen wurden, hält der potentielle Investor das Angebot allerdings nicht weiter aufrecht.

Bereits letzte Woche gingen im Sauerländischen Ense circa 500 Beschäftigte auf die Straße, um auf die Heinz-Kettler-Stiftung Druck auszuüben. Die Stiftung ist Eigentümerin der Immobilien und Grundstücke, die von der Kettler GmbH genutzt werden sowie wertvoller Markenrechte und einer Produktionsstätte in Polen.

Schlichtungsgespräch als letzte Hoffnung

Alle Beteiligten im Streit wurden nun zum Schlichtungsgespräch nach Düsseldorf eingeladen, wo das Land Nordrhein-Westfalen einen Moderationsversuch startet. Das Unternehmen erklärte gegenüber der DPA: „Sollte es der Kettler GmbH gelingen, insbesondere die Heinz-Kettler-Stiftung zu überzeugen und damit eine Brückenfinanzierung möglich werden, könnten die Gespräche mit weiteren potentiellen Investoren geführt werden.“

Bereits 2015 musste Kettler erstmals Insolvenz anmelden und kämpft seither ums Überleben. Ein tödlicher Autounfall der Kettler-Erbin Dr. Karin Kettler sorgte 2017 für erneute Tubulenzen: Ihr komplettes Vermögen fiel an die noch von Heinz Kettler gegründete Stiftung. Als Kuratoriumsvorsitzender wurde Manfred Sauer eingesetzt, der bereits seit Jahrzehnten im Unternehmen Kettler tätig ist, und als Prokurist bestens mit den Geschäften vertraut ist.

Die Belegschaft hofft nun auf ein Einlenken der bestens ausgestatteten Stiftung.

UPDATE 12. 11.:

Buchstäblich Rettung in letzter Minute gab es vergangenen Freitag für das Unternehmen.

Nachdem der Vorstand der Heinz – Kettler – Stiftung der Einladung zum Schlichtungsgespräch nicht nachkam, waren die Hoffnungen für eine Rettung gering.

Der Durchbruch wurde erzielt, nachdem die Stiftungsaufsicht das Kuratorium sowie Manfred Sauer abberufen hatte. Der Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Andreas Pinkwart, dankte der Stiftungsaufsicht für ihren Einsatz und erklärte zu dieser Entwicklung „Ich hoffe, dass es jetzt sehr zeitnah zu einer Übernahme des Gesamtunternehmens und nach vielen Jahren der Ungewissheit zu einer verlässlichen Zukunft für die Beschäftigen kommt.“

Die Einigung ermöglicht nun eine Zwischenfinanzierung. Um endgültig in ruhigere Fahrwasser zu gelangen, muss nun jedoch ein dringend benötigter Investor an Bord. Kettler-Geschäftsführer Olaf Bierhoff äußert seine Hoffnung: „Ich würde mir wünschen, dass wir in den kommenden Wochen den neuen Gesellschafter der Kettler GmbH bekanntgeben können“

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