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Brandora to B | 8. Dezember 2019

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Und was bieten Sie Ihrem Kooperationspartner?

Und was bieten Sie Ihrem Kooperationspartner?

Der notwendige Perspektivwechsel

Betrachten Sie es doch mal von der anderen Seite. Nehmen Sie sich die Zeit – dann werden Sie mit einer höheren Glaubwürdigkeit belohnt.

Um direkt auf den Punkt zu kommen: Ein großer Fallstrick im Bereich Influencer Relations ist der häufig fehlende Perspektivwechsel, bevor es zur Erstansprache der ausgewählten Kooperationspartner kommt. Nicht selten hören wir Argumente, dass die eigene starke Marke, das neue, natürlich coole und innovative Produkt, und die Honorierung in Produkten oder finanzieller Art Anreiz genug sein sollten, damit Influencer die Kooperation eingehen. Sicherlich wird es viele geben, die einen Bericht, Posts o. ä. aus genau nur diesen Gründen umsetzen. Doch egal, wie innovativ ein Produkt, wie relevant ein Thema auch ist – um glaubwürdigen und damit zielführenden Content zu generieren und auch die eigene Zielgruppe ohne große Streuverluste zu erreichen, ist es unerlässlich, im Vorfeld einer Kooperation die Perspektive zu wechseln, und sich zu fragen, warum genau dieser eine Influencer über mein Thema, mein Produkt oder meine Marke berichten sollte. Dieser Mehrwert für die andere Seite sollte bereits vor dem ersten Kontakt deutlich sein. Unabhängig davon, ob es sich um eine einmalige Kooperation oder langfristige Zusammenarbeit handelt. Ein Perspektivwechsel ist nicht nur ein gutes Mittel, um die Relevanz aus Influencer- und damit auch Follower-/Fanseite zu prüfen, sondern damit sicherzustellen, dass am Ende glaubwürdiger Content entsteht. Und genau hier liegt meines Erachtens der große Vorteil, wenn Influencer Relations in der PR angesiedelt sind und nicht aufgrund der Reichweite „einfach nur“ gebucht werden. Ein guter Kooperationsbeitrag wird sich in seiner Wirkung, und das ist insbesondere in der Spielwaren-, Baby-, Kinder- und Familienbranche wichtig, abseits der korrekten Kennzeichnung nicht von eigenen Beiträgen unterscheiden. Weil die Identifizierung mit dem Produkt und dem Thema gegeben ist, weil der Stil derselbe ist und der Kooperationsanlass zu 100 Prozent zum Lebensabschnitt des Influencers passt. Und sind Sie nicht selbst auch eher bereit, die bekannte „x-tra mile“ zu gehen, wenn Sie voll und ganz von einer Idee überzeugt sind?

Daher sollten Sie sich bereits nach dem Marken- und Zielgruppenfit fragen, obder Kooperationsanlass tatsächlich auch „von außen betrachtet“, das Potenzial für einen zielgruppenrelevanten Beitrag hat. Überlegen Sie, was Sie Ihrem Kooperationspartner anbieten können. Ist Ihre Idee austauschbar? In diesem Step ist es wichtig, die Komfortzone zu verlassen und sich selbst kritisch zu hinterfragen. Was wird am Ende der Mehrwert für den Leser/Zuschauer sein? Diese Fragen gelten sowohl für Unternehmen, als auch für Influencer, bevor sie auf den jeweils anderen mit einer Kooperationsidee zugehen.

Nehmen Sie sich die Zeit für einen Perspektivwechsel. Er wird sich am Ende in einer höheren Glaubwürdigkeit auszahlen!

 

Influencer Relations bedeuten nicht, sich eine Präsentationsfläche zu erkaufen, sondern die Themen und Ziele des Kooperationspartners zu kennen und gemeinsam ein Thema voranzutreiben

Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe erfordert, dass alle Seiten offen und respektvoll aufeinander zugehen. Was wie selbstverständlich klingt, scheint im Bereich der Influencer Relations leider nicht immer gegeben. Dafür gibt es noch immer zu viele Missverständnisse: häufig beruhend auf Unwissenheit über die Arbeit und die Ziele des anderen. Nicht selten sind die Seiten noch zu sehr auf ihren eigenen Vorteil oder kurzfristigen Erfolg bedacht. Daher bedeuten Influencer Relations „auf Augenhöhe“ in erster Linie, gemeinsam an einer langfristigen Beziehung zu arbeiten, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und das Verständnis füreinander zu fördern – und damit Vertrauen aufzubauen. Dabei sollte nicht das „schnelle Geld“ an erster Stelle stehen, sondern das Ziel, gemeinsam etwas erreichen zu können und sich gegenseitig zu unterstützen. Nicht selten höre ich Fragen wie: „Was habe ich davon?“ oder Aussagen wie „Ich biete doch schon XY – da soll der andere auch mal …“. Für mich ist das zu einseitig gedacht. Der Perspektivwechsel und damit die Fragestellung, welchen Mehrwert ich für den anderen mitbringe, sollte vor einer Zusammenarbeit stets klar erkennbar sein. Und macht am Ende die Partnerschaft zu einer „exklusiven“, nicht austauschbaren und vor allem glaubwürdigen. Diese Fragestellung ehrlich zu beantworten hat zudem zur Folge, dass sowohl Unternehmen als auch Influencer von einer Kooperation profitieren und diese damit auf ihre unterschiedlichen, individuellen Ziele einzahlt. Im Zweifel auch, wenn der Vorteil für die eine Seite zum aktuellen Zeitpunkt geringer scheint als für die andere. Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe hat stets ein langfristiges „Miteinander“ im Blick und keine temporäre 1:1-Aufrechnung. Ich bin der Überzeugung: Bei einem guten Teamwork wird sich das Blatt schnell wenden. Denn bei einer Kooperation auf Augenhöhe profitiert am Ende jeder: das Unternehmen oder die Marke, der Influencer und nicht zu vergessen die Zielgruppen beider Kooperationspartner – die Leser/Zuschauer. Nicht zuletzt, weil alle Beteiligten ehrlich miteinander umgehen und ihnen daran gelegen ist, gemeinsam für ein Ziel zu arbeiten und damit nicht nur sich selbst, sondern auch den Partner nach vorne zu bringen. Es bedeutet, dass alle Beteiligten ihre individuellen Stärken einbringen, einen Mehrwert für alle schaffen und so Synergien bewusst einsetzen und nutzen. Klar ist, und das kann man nicht oft genug betonen: Eine solche Beziehung ist nicht „mal eben“ aufgebaut. Sie bedarf Zeit. Zeit, den anderen kennenzulernen und zu wissen, was dem Partner wichtig ist, wie er arbeitet, was seine Themen und Ziele sind! Das heißt im Zweifel auch mal monatelanger Kontakt ohne Kooperation. Diese Zeit nehmen sich leider die wenigsten. Schade, denn so schöpfen beide Seiten das volle Potenzial einer Zusammenarbeit nur selten aus. Für viele Ziele ist Qualität entscheidender als die Quantität. Prüfen Sie daher bereits in der Strategieplanung, welcher Weg der bessere für Ihre Zielerreichung ist.

Fragen, die Unternehmen sich nach dem internen Influencer Check und vor einer Influencer-Ansprache stellen sollten:

  • Welche Erwartungshaltung habe ich an den Influencer?
  • Habe ich eine konkrete Zielsetzung und daraus resultierend eine konkrete Idee?
  • Warum ist mein Thema gerade für diesen individuellen Influencer relevant?
  • Bietet der Kooperationsanlass tatsächlich auch „von außen betrachtet“, das Potenzial für einen zielgruppenrelevanten Beitrag?
  • Was wird am Ende der Mehrwert für den Leser/Zuschauer sein?
  • Welchen Mehrwert abseits der finanziellen Honorierung kann ich anbieten? 
  • Kann ich meine Idee und den Mehrwert für den Influencer in 3 bis 5 Sätzen zusammenfassen?

 

 

Tomma Rabach leitet die Agentur rabach kommunikation in Hamburg. Gemeinsam mit ihrem Team berät sie (inter)nationale Kunden insbesondere in den Bereichen Kids/Familie und Food.

Hier geht es zum nächsten Teil der Serie

 

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