Image Image Image Image Image Image Image Image Image Image

Brandora to B | 9. Dezember 2019

Nach oben scrollen

Oben

Keine Kommentare

Wie funktioniert Licensing? – Teil 9

Wie funktioniert Licensing? – Teil 9

Die Zusammenarbeit zwischen Rechteinhaber und Lizenznehmer braucht Strukturen – vor allem in der Produktentwicklung.

Damit alles möglichst störungsfrei läuft, erklärt unser Lizenzexperte Peter Bichler hier übliche Stolperfallen – und wie man sie umgehen kann.

 

Wie funktioniert Licensing?
Teil 9: Der Produktentwicklungsprozess und Indizien für Probleme.

Der Vertrag ist unterschrieben und die Designer bekommen einen umfassenden Zugang zur Online-Artwork-Datenbank. Nicht alle Designer kennen sich mit allen Artwork-Datenbanken, den Prozessen, Einreichungsschritten und den Timings aus. Und nicht alle Rechteinhaber haben bei der Entwicklung des Artworks an die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Produktkategorien gedacht. 

Das bedeutet hier besteht grundsätzlich einiger Abstimmungsbedarf. Dabei ist es sicher von Vorteil, wenn Sie einige Hürden kennen und bereits früh reagieren können. 

Q: Wie kann ein für beide Seiten sinnvoller Produktentwicklungsprozess aussehen?

A: Ein Creative Kick-Off-Gespräch kann sehr hilfreich sein. Normalerweise wird als erstes festgehalten, wer auf der jeweiligen Seite der Ansprechpartner ist, wie die Person am besten zu erreichen ist und welche Rahmendaten & Termine (z.B. Produktionsstart, Anzeigen-Annahmeschluss, On-Shelf-Date, …) existieren. Darüber hinaus ist z.B. auch die Anzahl der Artikel bzw. der Designs eine wichtige Information. Versichern Sie sich, dass Rahmendaten und Termine von beiden Seiten wahrgenommen wurden und dass es dabei keine Bedenken gibt – auch nicht mit den zu erwartenden Mengen an Designeinreichungen und dem Zeitrahmen für die Kommentierung.

Mein Tipp an die Lizenznehmer, planen Sie bitte auch mit einem Kommentar, der eine weitere Einreichung (und damit auch weitere Zeit) nach sich zieht.

Ich denke auch, dass eine gründliche Präsentation der Marke für die Designer unbedingt an den Anfang eines Produktentwicklungsprozesses gehört. Sprechen Sie möglichst früh über Zielgruppen, Materialien, Vertriebskanäle mit Ihren Kontakten auf der Lizenzgeber-Seite.

Q: Welche Artwork-Datenbanken gibt es?

A: Es gibt einige Software-Lösungen, die gut funktionieren. Dazu gehören Frontify, WestEnd, Flowhaven (für individuelle Lösungen), OpSec u.v.m. Die Artwork-Datenbank, die mir persönlich am häufigsten begegnet, ist ‚MEDIABOX‘. Hier kann man Artwork herunterladen und Designs hochladen. Sobald eine Einreichung kommentiert wurde, erhält man eine E-Mail. 

Die Sprache ist bei allen meist Englisch – nicht zuletzt, weil die Nutzer der Datenbanken aus der ganzen Welt kommen.

Q: Welche Design-Einreichnungs-Stufen sind für Sie bindend?

A: Wenn es nicht in Ihrem Vertrag steht, muss schnellstmöglich geklärt werden welche Einreichungs-Stufen der Rechteinhaber vorsieht.

Standard sind 3 Stufen: Konzept, Vorproduktionsmuster und Produktionsmuster.

Es kann hilfreich sein, wenn Sie sich mit Ihrem Rechteinhaber darauf einigen können, dass Sie (Lizenznehmer) ein erstes Konzept mit einem Referenzmuster (als Qualitätsmuster) einreichen. Damit schaffen Sie eine gute Grundlage, die späteren Diskussionen vorbeugt. 

Versichern Sie sich, dass mit der Genehmigung des Vorproduktionsmusters die Produktionsfreigabe stattfindet und, dass alle weiteren Änderungen bestenfalls noch in den nächsten Produktionslauf fließen können. 

Q: Das Artwork ist das zentrale Element des Lizenzvertrages

A: Natürlich bilden die Marke, das Image und die Positionierung die Ausgangslage, aber am Ende hilft uns das Artwork bei der Umsetzung von der ideellen Marke zum realen Produkt.

Insofern müssen Marke, Image und Positionierung zu Ihrem Produkt und der gemeinsamen Zielgruppe passen und das Artwork muss Sie in der technischen Umsetzung unterstützen. 

Prüfen Sie deshalb das Artwork bevor der Vertrag unterschrieben wird. Vor allem dann, wenn Sie 3D-Anforderungen haben oder wenn Ihr Produktionsprozess keine Pantone-Farbauszeichnungen oder nur bestimmte Farbsysteme verarbeiten kann.

Q: Sind alle Styleguides selbsterklärend?

A: Es macht für beide Parteien großen Sinn über den Styleguide und die einzelnen Charaktere, Posen, Muster, Designs, All-Over-Prints, Variationen, Verfremdungsmöglichkeiten, Do’s & Dont’s etc. eingehen zu sprechen.

Dabei habe ich es noch nie erlebt, dass nicht mindestens 5 sehr gute und berechtigte Fragen gestellt wurden, die – wären sie nicht gestellt worden – zu zeitraubenden Missverständnissen geführt hätten. 

Wenn irgend möglich, geben Sie Ihren Designern die Möglichkeit mit dem Rechteinhaber über die Marke und das Artwork zu sprechen. Die Folge sind noch bessere Produkte, bessere Abverkäufe und mehr Zufriedenheit im Handel.

Der Autor

 

 

Peter Bichler ist mit 29 Jahre Berufserfahrung im Marketing und in der Lizenzindustrie, 13 Jahre davon bei Warner Bros. als Category Manager und General Manager wohl einer der gefragtesten Experten im Lizenzgeschäft im deutschsprachigen Raum. 

Lizenzprodukte sind in fast allen Bereichen anzutreffen und ein wichtiger Umsatzdreher. Lizenzmanager haben in diesem Prozessen eine Schlüsselposition. In 10 Folgen besprechen wir mit unserem Experten, Peter Bichler von der LizenzAkademie wichtige Fragen zur Lizenzbranche.

BRANDORA Lizenzseminar powered by LizenzAkademie

Sie möchten gerne an einem Seminar mit Peter Bichler teilnehmen?

Der nächste Termin ist  zur Spielwarenmesse 2019 in Nürnberg: 28.01., in den Räumlichkeiten des DVSI.

Nähere Informationen und einen Link zur Anmeldung finden Sie hier.

Kontaktieren Sie uns für nähere Informationen

LizenzWerft

BRANDORA

 

Kommentar schreiben